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Hauptverhandlung wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion u.a.

Landgericht Lüneburg Pressemitteilung Nr. 55/17 Wulff



Hauptverhandlung wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion u.a.

Lüneburg. Am 3. November 2017 um 9:30 Uhr beginnt vor der 11. großen Strafkammer des Landgerichts Lüneburg in Saal 121 das Verfahren gegen einen 38jährigen Angeklagten wegen des Vorwurfs des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in sechs Fällen - davon in einem Fall als Versuch - in Tateinheit mit Diebstahl in einem besonders schweren Fall. Dabei soll es in insgesamt vier Fällen bei einem versuchten Diebstahl geblieben sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, gemeinsam mit weiteren bislang unbekannt gebliebenen bzw. gesondert verfolgten Mittätern in der Zeit von August 2014 bis November 2014 in Bendestorf, Brackel, Unterlüß, Wriedel, Golmbach und Hamburg in insgesamt sechs Fällen Geldautomaten der Sparkasse, Volksbank und Sparda Bank mittels eines Sauerstoff-Gas-Gemisches, das sie in die Automaten einleiteten, gesprengt bzw. dies versucht zu haben, um auf diese Weise an die in den Automaten befindlichen Geldkassetten zu gelangen.

Der Angeklagte und seine Mittäter sollen dabei Bargeld in Höhe von insgesamt ca. 227.000 EUR (ca. 166.000 EUR in Bendestorf und ca. 61.000 EUR in Brackel) erbeutet haben. Der durch die Explosionen entstandene Sachschaden an den betroffenen Geldautomaten und Gebäuden belaufe sich laut Anklage auf einen Betrag in Höhe von ca. 365.000 EUR. In zwei Fällen sei das in den Geldautomaten befindliche Bargeld als Folge der Explosion verbrannt (80.000 EUR in Bendestorf und ca. 62.000 EUR in Unterlüß).

Zudem legt die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten einen weiteren Diebstahl in einem besonders schweren Fall zur Last. In der Nacht vom 9. auf den 10. September 2014 soll der Angeklagte mit bislang unbekannt gebliebenen Begleitern einen in Lüneburg abgestellten PKW Audi A6 im Wert von ca. 10.000 EUR entwendet und in der Folgezeit als Tatfahrzeug für die Geldautomatensprengungen in Bendestorf und Brackel genutzt haben.

Der Angeklagte befindet sich in Haft.

Für den ersten bis vierten Verhandlungstag sind insgesamt 23 Zeugen geladen. Außerdem hat die Kammer zwei Sachverständige hinzugezogen. Fortsetzungstermine sind für den 6., 8., 9., 14. und 15. November, jeweils 9:30 Uhr, in Saal 121 bestimmt.

Artikel-Informationen

09.10.2017

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